{"id":180,"date":"2011-11-20T13:22:41","date_gmt":"2011-11-20T11:22:41","guid":{"rendered":"http:\/\/angelikahensgen.hensgen.de\/?p=180"},"modified":"2011-11-20T13:22:41","modified_gmt":"2011-11-20T11:22:41","slug":"warum-engel-bei-uns-sterben-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/angelikahensgen.hensgen.de\/?p=180","title":{"rendered":"Warum Engel bei uns sterben&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong><\/strong>Was ich noch sagen wollte&#8230;<\/p>\n<p>eigentlich hatte ich das Projekt wieder verworfen, denn wenn man sich umblickt, meint man die Leidenden in unserer Kultur sind eine Minderheit&#8230; und wegen denen ein ganzes Buch? Aber dann: an einem Tag der Selbstmord dreier junger Frauen in Damme, der Kurzfilm <em>Hunger <\/em>und die Psychologiesendung um ein f\u00fcnfzehnj\u00e4hriges M\u00e4dchen, das sich die Haut zerschneidet. Der reine Mahntag mich den Empfindlichen zu widmen, nicht nur weil ich empfindlich bin oder meine Kinder, sondern weil wir viel mehr sind und viel zu leise.<\/p>\n<p>Was ist Leben? Man m\u00f6chte essen, trinken, wohnen. Lieben, Kinder bekommen&#8230; sie heranwachsen sehen. Wenn man gesundheitlich gehandikapt ist, befristet oder auf Dauer, ist alles schwieriger und ich bin daf\u00fcr jeden zu unterst\u00fctzen, der in dieser Lage ist.<\/p>\n<p>Das ist ein Lebensentwurf, mit dem viele gl\u00fccklich w\u00e4ren. Voraussetzung heute ist eine Arbeit, die im g\u00fcnstigen Falle auch noch Spa\u00df macht. Nat\u00fcrlich gibt es auch diejenigen, f\u00fcr die ihre Arbeit im Mittelpunkt steht, auch das eine M\u00f6glichkeit, die viele wahrnehmen.<\/p>\n<p>So, das w\u00e4r\u2019s erst Mal&#8230; ich m\u00f6chte nicht die unterschiedlichen Konzepte mit ihren tausend Facetten vorf\u00fchren, denn die einzelnen Leben unterscheiden sich wie die Menschen, die sie f\u00fchren &#8230; wesentlich ist die Grundlage, die jedem auf unserem Globus zusteht und die m\u00f6glich w\u00e4re, wollten das die Wenigen, die \u00fcber die Vielen zu bestimmen haben. Politiker werden gew\u00e4hlt, damit sie die Interessen der Vielen vertreten, zumindest in der Demokratie und das ist das System, das von immer mehr Menschen eingefordert wird. Leider vertreten die Gew\u00e4hlten viel h\u00e4ufiger ihre eigenen Interessen und die der Wenigen. Die Wenigen sind die, die nur mit einer blauen Flamme Verbindung zur Erde haben, statt verwurzelt zu sein. Die blaue Flamme der Gier wie schon Maurice Renard sie 1912 in seinem fantastischen Roman <em>Le p\u00e9ril bleu<\/em> beschreibt.<\/p>\n<p>Geld wird von den Wenigen nicht gebraucht um Essen zu kaufen oder eine Wohnung zu bezahlen oder ein Auto zu besitzen&#8230; nein Geld ist f\u00fcr sie gar kein Tauschmittel mehr.. Geld steht f\u00fcr sich selbst. Eine Zahl mit m\u00f6glichst vielen Nullen dahinter ist f\u00fcr sich allein etwas Gro\u00dfartiges f\u00fcr diese Leute. Und sie braucht nur auf einem Zettel stehen oder in einem Computer, sonst ist sie nichts, nichts, was mit Leben in der entferntesten Art und Weise zu tun hat&#8230; das Gruselige ist, dass sie aber unendlich m\u00e4chtig ist, sie hat die Macht Leben zuzulassen oder zu verderben, obwohl sie nichts ist, was man essen kann oder trinken oder sonst wie nutzen f\u00fcr ein kleines Leben, wie es sich die Mehrheit der Menschen w\u00fcnscht. Sie steht noch nicht einmal f\u00fcr eine Firma oder eine Ware, sie steht f\u00fcr etwas, das es gar nicht gibt. Kaum zu glauben, dass wir dummen, kleinen Menschen, die der Mehrheit angeh\u00f6ren, es zugelassen haben, dass etwas, das nichts ist, soviel Macht haben kann.<\/p>\n<p>Es gibt so B\u00fccher, die einen beeindrucken, wenn man jung ist und die einen ahnen lassen, wo der Fehler liegt, egal ob es ein Roman ist oder ein Drama, was sich zwischen den Buchdeckeln befindet. Heinrich B\u00f6ll hatte es mir schon Mal gesagt in den <em>Ansichten eines Clowns<\/em>, dass etwas nicht stimmen kann mit den Zahlen auf einem Bankkonto und mit denen, die die Hoheitsgewalt dar\u00fcber aus\u00fcben. Auch Berthold Brecht machte mir klar, wo Caritas notwendig ist, stimmt was nicht mit dem System. <em>Die heilige Johanna der Schlachth\u00f6fe<\/em> war unanfechtbar in ihrer Beweisf\u00fchrung. Wo Almosen sind, da gibt es ein Gef\u00e4lle. Da sind welche, die viel haben und welche, die nix haben, sonst br\u00e4uchten sie keine Geschenke. Und wo welche so viel haben, dass sie einiges davon entbehren k\u00f6nnen und andere so wenig, dass sie ohne die Almosen gar nicht existieren k\u00f6nnten, da kann doch was nicht stimmen mit den Menschenrechten und der Verteilung, von dem, was uns eigentlich allen zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Das mit den Zahlen, die uns t\u00e4glich an den Kopf geschmissen werden, versteh ich \u00fcberhaupt nicht, obwohl ich keine Rechenschw\u00e4che habe. Hier h\u00f6re ich, das Geld f\u00fcr Kinderg\u00e4rten oder Krankenh\u00e4user fehlt. Und dann werden pl\u00f6tzlich Summen aufgetrieben, die drei bis sechs Nullen mehr haben, um irgendwelche Banken zu retten oder ein ganzes Land. Filmgesellschaften bezahlen Millionen an Schauspieler f\u00fcr eine Rolle, warum \u00fcbernehmen solche Produktionsfirmen nicht mal Patenschaften f\u00fcr Kinder in Drittweltl\u00e4ndern, damit die zu essen haben und in die Schule gehen k\u00f6nnen? Aber halt&#8230; Caritas wollten wir ja nicht! Warum bekommen die in den Drittweltl\u00e4ndern nicht, was ihnen zusteht? Wir haben uns da reichlich bedient an den Rohstoffen und die m\u00fcssten uns doch fette Rechnungen aufmachen.<\/p>\n<p>Ja, ich wei\u00df, ich h\u00fcpf herum zwischen Sachverhalten, die nicht unmittelbar zusammenh\u00e4ngen&#8230;aber irgendwie h\u00e4ngt doch alles zusammen. Kurz gesagt: Es gibt eine Welt auf der die Spezies Mensch existiert. Und von f\u00fcnf vor zw\u00f6lf redet doch schon lange keiner mehr, wir haben mindestens viertel nach zw\u00f6lf, was den Zustand des Planeten angeht, zu dem wir als Lebensraum zur Zeit noch keine Alternative haben, einige w\u00fcrden wahrscheinlich noch eine andere Uhrzeit vorschlagen. Und immer noch tun wir, als ob es ein paar Leuten gut gehen kann, wenn es einer Menge anderer Menschen schlecht geht.<\/p>\n<p>Wie kann das funktionieren? Wieso kapieren wir nicht, dass die darbenden Nachbarn den Zaun, die Mauer oder was auch immer zu den Villen der \u00fcbersatten Nachbarn niederrei\u00dfen werden und das auch noch zu Recht, wie ich finde. Aber nicht nur das, indem wir die Ressourcen st\u00e4ndig schm\u00e4lern, unseren Verbrauch nicht unseren Vorr\u00e4ten anpassen, entziehen wir unseren eigenen Kindern und Kindeskindern die Lebensgrundlage.<\/p>\n<p>Insofern legen wir die Saat f\u00fcr Krieg und Not, noch extremer als sie jetzt schon auf unserem Planeten herrschen. Wir k\u00f6nnen nicht in einem Zimmer gem\u00fctlich leben, w\u00e4hrend die Wohnung brennt. Wie dumm sind wir eigentlich und f\u00fcr wie dumm halten wir unserer Kinder?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ich noch sagen wollte&#8230; eigentlich hatte ich das Projekt wieder verworfen, denn wenn man sich umblickt, meint man die Leidenden in unserer Kultur sind eine Minderheit&#8230; und wegen denen ein ganzes Buch? 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