Ursache – diese Worte fielen mir ein letzten Freitag Nachmittag, dann ging ich ins Kino und dann…

Wenn ich aufwache
l a u f e ich erst m i t
den Tag
doch auf einmal
stehe ich a u ß e n
und sehe

die vielen Tage
die wir alle
m i t g e la u f e n sind
in einem Glaszylinder
der sich dreht
durchsichtig
zum Hineinsehen:


gleich an der Innenwand
rennen
die Soldaten
in weißen Uniformen
in dunklen Tüchern
in Jeans und T-Shirt


und mir ist übel
w e i l  w i r
das routierende Glas
das grausige Karussell
n i e  a n g e ha l t e n  haben
und die Jungs

n i e  b e f r e i t

Stardust – Expectations

we expect
holidays after
class trip
(wow)
in front of the
UNIVERSAL BLUESCREEN
the VICTORY silhouette
SELFIES SELFIES SELFIES
I AM HERE AND
HERE AND
HERE
we DON’T expect
AIRBUS against ROCKFACE
DISPERSION
on the MOUNTAINSIDE
I AM HERE AND
HERE AND
HERE
holidays after
class trip
(no)

Sternenstaub – Erwartungen

wir rechnen
mit
Ferien nach Klassenfahrt
(wow)
vor dem BLUESCREEN
VICTORY als Scherenschnitt
SELFIES SELFIES SELFIES
ICH BIN HIER UND
HIER UND
HIER
wir rechnen
NICHT mit
AIRBUS gegen BERGFELS
VERSTREUNG AM HANG
ICH BIN HIER UND
HIER UND
HIER
Ferien nach Klassenfahrt
(no)

Warum Engel bei uns sterben…

Was ich noch sagen wollte…

eigentlich hatte ich das Projekt wieder verworfen, denn wenn man sich umblickt, meint man die Leidenden in unserer Kultur sind eine Minderheit… und wegen denen ein ganzes Buch? Aber dann: an einem Tag der Selbstmord dreier junger Frauen in Damme, der Kurzfilm Hunger und die Psychologiesendung um ein fünfzehnjähriges Mädchen, das sich die Haut zerschneidet. Der reine Mahntag mich den Empfindlichen zu widmen, nicht nur weil ich empfindlich bin oder meine Kinder, sondern weil wir viel mehr sind und viel zu leise.

Was ist Leben? Man möchte essen, trinken, wohnen. Lieben, Kinder bekommen… sie heranwachsen sehen. Wenn man gesundheitlich gehandikapt ist, befristet oder auf Dauer, ist alles schwieriger und ich bin dafür jeden zu unterstützen, der in dieser Lage ist.

Das ist ein Lebensentwurf, mit dem viele glücklich wären. Voraussetzung heute ist eine Arbeit, die im günstigen Falle auch noch Spaß macht. Natürlich gibt es auch diejenigen, für die ihre Arbeit im Mittelpunkt steht, auch das eine Möglichkeit, die viele wahrnehmen.

So, das wär’s erst Mal… ich möchte nicht die unterschiedlichen Konzepte mit ihren tausend Facetten vorführen, denn die einzelnen Leben unterscheiden sich wie die Menschen, die sie führen … wesentlich ist die Grundlage, die jedem auf unserem Globus zusteht und die möglich wäre, wollten das die Wenigen, die über die Vielen zu bestimmen haben. Politiker werden gewählt, damit sie die Interessen der Vielen vertreten, zumindest in der Demokratie und das ist das System, das von immer mehr Menschen eingefordert wird. Leider vertreten die Gewählten viel häufiger ihre eigenen Interessen und die der Wenigen. Die Wenigen sind die, die nur mit einer blauen Flamme Verbindung zur Erde haben, statt verwurzelt zu sein. Die blaue Flamme der Gier wie schon Maurice Renard sie 1912 in seinem fantastischen Roman Le péril bleu beschreibt.

Geld wird von den Wenigen nicht gebraucht um Essen zu kaufen oder eine Wohnung zu bezahlen oder ein Auto zu besitzen… nein Geld ist für sie gar kein Tauschmittel mehr.. Geld steht für sich selbst. Eine Zahl mit möglichst vielen Nullen dahinter ist für sich allein etwas Großartiges für diese Leute. Und sie braucht nur auf einem Zettel stehen oder in einem Computer, sonst ist sie nichts, nichts, was mit Leben in der entferntesten Art und Weise zu tun hat… das Gruselige ist, dass sie aber unendlich mächtig ist, sie hat die Macht Leben zuzulassen oder zu verderben, obwohl sie nichts ist, was man essen kann oder trinken oder sonst wie nutzen für ein kleines Leben, wie es sich die Mehrheit der Menschen wünscht. Sie steht noch nicht einmal für eine Firma oder eine Ware, sie steht für etwas, das es gar nicht gibt. Kaum zu glauben, dass wir dummen, kleinen Menschen, die der Mehrheit angehören, es zugelassen haben, dass etwas, das nichts ist, soviel Macht haben kann.

Es gibt so Bücher, die einen beeindrucken, wenn man jung ist und die einen ahnen lassen, wo der Fehler liegt, egal ob es ein Roman ist oder ein Drama, was sich zwischen den Buchdeckeln befindet. Heinrich Böll hatte es mir schon Mal gesagt in den Ansichten eines Clowns, dass etwas nicht stimmen kann mit den Zahlen auf einem Bankkonto und mit denen, die die Hoheitsgewalt darüber ausüben. Auch Berthold Brecht machte mir klar, wo Caritas notwendig ist, stimmt was nicht mit dem System. Die heilige Johanna der Schlachthöfe war unanfechtbar in ihrer Beweisführung. Wo Almosen sind, da gibt es ein Gefälle. Da sind welche, die viel haben und welche, die nix haben, sonst bräuchten sie keine Geschenke. Und wo welche so viel haben, dass sie einiges davon entbehren können und andere so wenig, dass sie ohne die Almosen gar nicht existieren könnten, da kann doch was nicht stimmen mit den Menschenrechten und der Verteilung, von dem, was uns eigentlich allen zur Verfügung steht.

Das mit den Zahlen, die uns täglich an den Kopf geschmissen werden, versteh ich überhaupt nicht, obwohl ich keine Rechenschwäche habe. Hier höre ich, das Geld für Kindergärten oder Krankenhäuser fehlt. Und dann werden plötzlich Summen aufgetrieben, die drei bis sechs Nullen mehr haben, um irgendwelche Banken zu retten oder ein ganzes Land. Filmgesellschaften bezahlen Millionen an Schauspieler für eine Rolle, warum übernehmen solche Produktionsfirmen nicht mal Patenschaften für Kinder in Drittweltländern, damit die zu essen haben und in die Schule gehen können? Aber halt… Caritas wollten wir ja nicht! Warum bekommen die in den Drittweltländern nicht, was ihnen zusteht? Wir haben uns da reichlich bedient an den Rohstoffen und die müssten uns doch fette Rechnungen aufmachen.

Ja, ich weiß, ich hüpf herum zwischen Sachverhalten, die nicht unmittelbar zusammenhängen…aber irgendwie hängt doch alles zusammen. Kurz gesagt: Es gibt eine Welt auf der die Spezies Mensch existiert. Und von fünf vor zwölf redet doch schon lange keiner mehr, wir haben mindestens viertel nach zwölf, was den Zustand des Planeten angeht, zu dem wir als Lebensraum zur Zeit noch keine Alternative haben, einige würden wahrscheinlich noch eine andere Uhrzeit vorschlagen. Und immer noch tun wir, als ob es ein paar Leuten gut gehen kann, wenn es einer Menge anderer Menschen schlecht geht.

Wie kann das funktionieren? Wieso kapieren wir nicht, dass die darbenden Nachbarn den Zaun, die Mauer oder was auch immer zu den Villen der übersatten Nachbarn niederreißen werden und das auch noch zu Recht, wie ich finde. Aber nicht nur das, indem wir die Ressourcen ständig schmälern, unseren Verbrauch nicht unseren Vorräten anpassen, entziehen wir unseren eigenen Kindern und Kindeskindern die Lebensgrundlage.

Insofern legen wir die Saat für Krieg und Not, noch extremer als sie jetzt schon auf unserem Planeten herrschen. Wir können nicht in einem Zimmer gemütlich leben, während die Wohnung brennt. Wie dumm sind wir eigentlich und für wie dumm halten wir unserer Kinder?

 

 

Kreisch, die nächste…

… jau, die Zeit war wieder weggerannt und aus Sonntag wurde Montag. Ich finde für jemand mit Hinkebein bin ich der Zeit ganz schön auf den Fersen:) Wie versprochen Teil2 zur Fortsetzung plus ein paar Worte zum Wochenbeginn. Hab‘ District 9 auf DVD gesehen, kann ich nur empfehlen; war Schwimmen im Luftkurort Morbach und Schiffchen fahren auf der Mosel, kann ich auch empfehlen; hab Nachrichten geguckt, kann ich nicht empfehlen, aber immerhin hat Köln 4:3 gegen Hamburg gewonnen:)OK, nächstes mal vielleicht wieder Sinnreicheres, aber auf jeden Fall eine gute Woche euch!

Anhe

Kreisch, die Zeit vergeht zu schnell…

… früher hab’ ich immer gedacht  “Boah, ich bin so schnell, ich überhol mich selbst… ” aber jetzt denk’ ich “Die Zeit ist so schnell und ich seh’ sie nur noch von hinten…”, aber vielleicht kommt das ja, weil ich mir kürzlich das Bein gebrochen habe, da guckt man nicht nur der Zeit hinterher, sondern auch so mancher Straßenbahn. Schwimmen und Radeln kann ich schon wieder schnell nur Laufen muss ich noch sehr trainieren, aber ob ich mich jemals wieder selbst überhole?

Na, ja, schön, dass ich noch mal in meinen Blog geschaut habe, ich find ihn immer noch interessant:)

À propos Schnelligkeit…  ich hab’  den Eindruck, dass Bücher schreiben inzwischen zu lange dauert um auf Gegenwart zu reagieren oder haben wir sie immer schon hinterhergeschmissen? Gerade wollten Herr Bary und ich oben erwähntes Kinderbuch beenden, als die ägyptische Demokratiebewegung in Gang kam, tja, und das das Buch trotz aller abenteuerlicher Ereignisse auch an die Realität angelehnt ist müssen die Ereignisse auf dem Tahrirplatz einfach erwähnt werden… na mal schauen…

Da ich lauter angefangene Bücher habe, werde ich den Jugendroman, der von ziemlich empfindsamen Jugendlichen handelt, einfach als Fortsetzungsroman auf meinen Blog setzen, Arbeitstitel : Als Marlon beinahe gestorben wäre… Kommentare erwünscht:)

Also bis demnächst und lasst euch nicht unterkriegen

Anhe

Lesung und Podiumsdiskussion

Rauschzustände – Sucht und Süchtige in der Literatur
Podiumsdiskussion mit
Angelika Hensgen, Dr. Peter Summa-Lehmann, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Eva Weissweiler
Moderation: Monika Littau
am Donnerstag, den 01. Juli 2010, 20 Uhr
Der andere Buchladen an der Universität, Weyertal 32, 50937 Köln

PKA6_Rauschzust ñnde_Vorderseite (1) PKA6_Rauschzust ñnde_R  ckseite (1)

Liebe Leute,

na, das ist ja ein toller Blog, wo monatelang nix passiert… aber das kommt davon, wenn das virtuelle Tagebuch noch hinter dem aus Papier anstehen muss. Jeder weiß natürlich, dass seit August jede Menge passiert ist, bei mir bei Euch, auf der Welt, im Universum und und und…

Einer hat sogar einen Kommentar zum Blog gemacht – Herzlichen Dank, Karl! :)-

Also, was kann ich von mir erzählen? Ich bin zum Beispiel im September geboren.

Geburtsmonat
September mich
mit Blaugründuft
erwischt
zieht rein mich
in sein kühles Gras
macht auf mich
dränge Hand Nase Ohren Mund
in seinen Erdenleib
er zwingt mich
ich mit ihm verwandt
schmecke Kugel
als winzig lehmig Land
er dehnt mich
ich sauge Kugel ein

wir drehen uns
Erdleibluft
September
dreht sich
Grünblauduft
er ist mein

Ich schreibe seltener Lyrik als Prosa, aber die Gedichte, die ich mal  geschrieben hab’,  gefallen mir.  Manches braucht weniger Worte als anderes, für ,manches’ bietet sich die gebundene Sprache an, oder? Ich finde zwar, dass es  auch im Roman kein überflüssiges Wort geben sollte, nichts nervt schlimmer als geschwätzige Autoren, also die, wo man denkt, warum schreibt der das da jetzt, eigentlich möchte ich weiter lesen, aber an einige Stellen gehören  einfach viele Worte hin, das ist eben ,anderes’.

Neben dem Unterschied zwischen ,manches’ und ,anderes’ habe ich im letzten  halben Jahr vor allem den zwischen Fiktion und Erfahrungsbericht kennengelernt. Bei der Fiktion geht es vor allem darum, das, was ich erzählen will,  zu komponieren, bei dem Erfahrungsbericht geht es darum, was ich erzähle und was nicht, da fällt das Komponieren irgendwie schwerer, denn manches will ich nicht erzählen, aber es gehört eben notwendig rein. Bei der Fiktion bestimme ich, was notwendig ist…  ach, ist das schön…

Gott sei Dank ist der Erfahrungsbericht jetzt fertig und ich kann wieder an meinen fiktionalen Erzählungen weitermachen. Zum Beispiel eine Kindergeschichte für Sieben- bis Elfjährige, die ich zusammen mit einem Kollegen aus Kairo schreibe. Wir schreiben das Abenteuer eines Jungen, der eine deutsche Mutter und einen ägyptischen Vater hat, abwechselnd. Wir unterhalten uns über das Projekt via Skype, es ist sehr spannend unsere unterschiedlichen Erzählweisen aufeinander abzustimmen und trotzdem beide Stimmen zu erhalten.

Außerdem arbeite ich an einem Buch für Jugendliche von dreizehn aufwärts. Warum rasten Jugendliche aus? Warum beschäftigen sie sich auch nur in Gedanken mit Gewalttaten? Warum haben sie oft soviel Wut in sich, die erschreckend häufig auch zum Ausbruch kommt? Immer wieder stoße ich darauf, das es viel mit dem zu tun hat, was die Jugendlichen verschweigen oder was sie gar nicht an den Mann oder die Frau bringen können. Immer wieder komme ich auch darauf, dass es nicht unbedingt körperlich Misshandlung braucht, damit junge Menschen verletzt sind…

Gelesen habe ich gerade die philosophische Reise von Richard David Precht, auf der Fragen von “Was ist Wahrheit” bis  “Hat das Leben einen Sinn ?” erörtet werden. Er schließt damit, dass nur Monty Python tatsächlich wussten, was der Sinn des Lebens istund zitiert aus ihrem gleichnamigen Film:

“Also, nun kommt der Sinn des Lebens. Nun, es ist wirklich nichts Besonderes.Versuch einfach nett zu den Leuten zu sein, vermeide fettes Essen, lese ab und zu ein gutes Buch, lass dich mal besuchen, und versuch mit allen Menschen und Nationen in Frieden und Harmonie zu leben.”

Tja, da schließ ich mich doch gleich an und wünsch’ Euch alles Gute:)

Bis zum nächsten Mal

Anhe

An alle Besucher

Hi, hello, herzlich Willkommen,

bastel, bastel, mit Hilfe von lieben Familienmitglieder hab’  ich endlich meinen Blog, natürlich noch nicht fertig, aber da Blogs ja die Eigenschaft haben, nie wirklich fertig zu sein,sondern eine Manifestierung von “work in progress” sind, denke ich: erst mal raus damit, auch eine Seifenkiste zeigt erst auf der Piste, wo sie sich bewährt und wo sie zu verbessern ist, und das Beste an so einem Gefährt ist ja, dass man das Rumpeln unterwegs spürt.

Also, das war jetzt die Begrüßung. Da mal wieder einige mir wichtige Aktivitäten anstehen- wozu heute am letzten Samstag vor dem endgültigen Schulbeginn und dem Vortag unserer Benefizlesung allerdings auch Schwimmen gehört-sage ich: habt alle einen schönen Samstag , “carpe diem”, wie auch immer und bis bald

Anhe